Routine, Iso und Eis
Was für eine Nacht. Fast absolute Stille und mein ZVK nervt so gut wie überhaupt nicht mehr.
Laut meiner Krankenschwester beim Verbandswechsel des ZVK – „Der sieht richtig gut aus“ –
Na das höre ich doch gern.
Mein Frühstück habe ich natürlich nicht mehr rechtzeitig bekommen, folglich musste ich dann mit leeren Magen zur 3/6 Bestrahlung.
Man glaubt kaum, wie schnell sich hier eine Routine einschleicht. Auf den Bauch legen, etwas hin und her schieben und schon geht es los.
Tja und nachdem ich auch schön langsam keinen Hunger mehr hatte, dafür aber ordentlich in den Unterzucker ging, fand es mein Körper wohl am besten einfach mal den Standby einzuschalten.
Prächtige Idee.
Aufgewacht bin ich tatsächlich erst, als die Ärzte zurückkamen um mich zum Wenden aufzufordern. Sehr praktisch!
Kleiner Fakt zur Bestrahlung:
Man merkt davon ja eigentlich gar nichts… ich zumindest nicht. Es wird nicht warm oder Ähnliches.
Einziges Phänomen welches mir aufgefallen ist, daß sobald der Strahl in Richtung Schädel kommt sich das trotz geschlossener Augen sehen lässt. Ist der Strahl dann erst einmal bei den Augen, sieht man eine weiße Korona im Blickfeld, welche immer schwächer wird um so weiter der Strahl sich entfernt.
Auf dem Rücken liegend merkt man das gar nicht so wirklich… zumindest nicht so intensiv.
Anfangs hat mich das förmlich erschreckt. Doch wie es die Routine will ist mir das mittlerweile egal.
Zu meiner Überraschung wurde ich heute vor der zweiten Bestrahlungs Session von Schwestern abgeholt, welche grüne Schutzmäntel und Handschuhe trugen. Bis jetzt kamen die nur im obligatorischen Mundschutz. Nachdem ich etwas ungläubig ausgesehen haben muss, meinte die Schwester ich hätte einen Keim und der Rest der Station müsse vor mir und meinem Gast geschützt werden. Also nix wie in die selbe Maskerade gesteckt und ab zum LINAC 1 (So heißt mein Bestrahlungsraum). Mehr Infos hatte ich nicht erhalten in der kürze der Zeit.
Das ging natürlich nicht ganz spurlos an mir vorbei.
So lag ich also bereit für die Bestrahlung auf dem Bauch und musste trotz dieser Info irgendwie ruhig werden.
Man mag ja über Meditation denken was man will, aber mir hat das an dieser Stelle echt geholfen.
Besinne Dich auf dein Inneres, deinen Atem, deine Körpermitte und lass den Rest (Gedanken und Ängste) einfach durchfließen. Dafür ist später immer noch Zeit.
Zum Glück hatte ich nach der Diagnose eines Tages das Bedürfnis mit all dem meinen Frieden zu machen und mich auf größere Belastungen vorzubereiten. Jetzt bin ich zwar kein Profi… aber dafür hat es gereicht.
Wieder an der Station angekommen wollte ich natürlich etwas mehr über erfahren.
Mein Ärztin hatte mich auch gleich abgefangen und mich umfassend aufgeklärt.
– Vorsicht, ab hier nix für empfindlich Gemüter –
Grund für die Reaktion war offensichtlich mein Hinweis bei der Einweisung, dass ich in den letzten Tagen etwas weicheren Stuhlgang hatte. Der Rückschluss hier war ein Keim. Eingenlicht kein großes Problem. Auf einer Station, mit lauter Immunsuppressiven Patienten kann das allerdings fatal werden. Vorsichtshalber also lieber so. Is ja auch kein Problem.
Für alles die es Interessiert. Soweit es meinen Stuhlgang angeht, ist alles wieder in den richtigen Bahnen.
– ENDE –
Bei dem Gespräch mit meiner Ärztin wurde mir dann auch noch etwas Erfreuliches erzählt.
Meine Laborergebnisse und körperlichen Anzeichen bezüglich der Strahlentherapie sehen sehr gut aus. – „Es ist alles soweit im Plan“ – Das höre ich doch gern!
Nachdem ich ja nun ein Trainingsrad und ein Teraband besitze, Trainiere ich natürlich auch fleißig.
Heute erste nochmal mit dem Rad. Dabei konnte ich nochmal 5 Minuten Fahrzeit drauf packen.
Irgendwie muss ich meinen Körper besser in Schwung bringen. Nachdem ich hier sehr häufig mit NaCl und Glucose Infusionen „gespült“ werden (so sagt man hier) wächst mein Gewicht Aufgrund der Wassereinlagerungen stetig an. Heute morgen waren es satte 92,2 kg. Mein persönlicher Rekord.
Nachdem dass hier die Runde gemacht hatte, wurde mir erst einmal eine Dosis Lasix verabreicht.
Ein mittel, welches dem Körper bei der Entwässerung hilft.
Ich für meinen Teil bin noch nie so oft und so kurzer Zeit auf die Toilette gerannt. Puhh.
Jetzt hoffe ich, dass ich mit mehr Bewegung dem auf natürliche Weise etwas entgegnen kann.
Ab morgen ist dann auch noch das Teraband dran. Meine Physiotherapeutin hat mir noch ein paar Übungen gezeigt, welchem man gut im Zimmer machen kann. — Ich bin mal gespannt.
Als Belohnung habe ich von der Spätschwester auch noch ein Wassereis gebracht bekommen. Es hat sich also so oder so gelohnt mich etwas zu plagen. 🙂
Da ich aufgrund der Isolation nicht unbedingt das Zimmer verlassen soll, hab ich auch gleich noch etwas kaltes Wasser geordert. Eine Flasche sogar in einem etwas unkonventionellen aber zweckmäßigen Kühlbehälter. (siehe Foto)
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die letzten beiden Bestrahlungen genau so gut laufen und dann habe ich erst einmal einen Tag Pause bevor es mit der Chemo weitergeht.
So long… Patrick

Belohnungseis 
Mal ein anderer Kühler
Heey,
danke dass du uns auf dem Laufenden hältst und wir hier nicht im Ungewissen schmoren müssen! Im Blog klappt der positive Energietranfer via Bits und Bytes ja besser! 😉
Schöne 3D-Grüße und auf weiterhin stabilen Stuhlgang!
Ohje ist das tatsächlich nur gefrorenes Wasser? 😥
Nein zum Glück nicht!
Das ist typische Wassereis mit Geschmack, wie z.B. Cola, Apfel, Waldmeister, Waldbeere, Schlumpf oder wie auf dem Foto zu sehen Zitrone.
Hi auch,
Wassereis geht immer 😋
Dein Wasserkühler ist genial😁
Drücker…..